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Situation

Zur Prävalenz von Übergewicht und Adipositas

Adipositas hat sich im Gesundheitswesen zu einem Kernproblem entwickelt. Die Welt-Gesundheitsorganisation WHO bezeichnet Adipositas sogar als das größte chronische Gesundheitsproblem. Als Folge von Übergewicht und Adipositas kann es zu einer Reihe von Erkrankungen und Nebenerkrankungen (Komorbiditäten) kommen, die nicht nur für die Erwachsenen ein hohes Risiko darstellen. Bereits bei Kindern und Jugendlichen können Übergewicht und Adipositas zu kardiovaskulären, orthopädischen und psychischen Erkrankungen führen. Es handelt sich dabei also nicht nur um ein „Gewichtsproblem“, sondern um eine bereits im Kindes- und Jugendalter auftretende ernstzunehmende Gesundheitsstörung.

Die Ergebnisse des Kinder- und Jugendsurveys des Robert-Koch-Instituts zeigen, dass 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren zu viel auf die Waage bringen. Davon sind 8.7 % übergewichtig und 6,3 % adipös. In dieser Studie steigt der Anteil der Übergewichtigen von 9 % bei den 3- bis 6-Jährigen über 15 % bei den 7- bis 10-Jährigen bis hin zu 17 % bei den 14- bis 17-Jährigen. Eine Adipositas haben 2,9 % der 3- bis 6-Jährigen, 6,4 % der 7- bis 10-Jährigen und 8,5 % der 14- bis 17-Jährigen. Auf Basis der Referenzdaten von 1985 bis 1999 ist die Häufigkeit an Übergewicht um die Hälfte gestiegen.

In den letzten Jahren zeichnet sich vage eine Tendenz der Stagnation bzw. des Rückgangs der Prävalenz von Übergewicht und Adipositas ab. Die Auswertung der Schuleingangsdaten im Jahr 2008 von mehr als 600 000 Schulanfängern durch eine Arbeitsgruppe der Universitätskinderklinik in Ulm belegt, dass nahezu alle Bundesländer einen Rückgang der Prävalenzzahlen für Übergewicht und Adipositas bei Einschülern verzeichnen können. Die absolute Reduktion der Prävalenzraten liegt bei bis zu 3 Prozent für Übergewicht und bis zu ca. 2 % für Adipositas. Doch immer noch liegt die Prävalenzrate auf einem hohen Level: Die aktuellen Befundhäufigkeiten reichen von 8 % in Sachsen bis 12 % in Bremen und Thüringen (Übergewicht) bzw. von 3 % in Brandenburg und Sachsen bis 5 % im Saarland (Adipositas). Der Anteil der übergewichtigen und adipösen Kinder und Jugendlichen in Deutschland bleibt also auf hohem Niveau. Weitere Informationen und die genauen Daten finden Sie hier.