Bewegung und Sport

Bewegung – also jede Art von körperlicher Aktivität und Sport – fördert die gesunde Gewichtsentwicklung von Kindern. Über Bewegung wird Energie verbraucht, die über die Ernährung aufgenommen wurde. Bewegung beeinflusst Gesundheit und Fitness positiv – ein Leben lang1. Da kann die Devise nur lauten: Runter vom Sofa! Raus an die frische Luft! Rauf aufs Fahrrad! Doch Appelle allein bringen nichts, Kinder brauchen auch hier Unterstützung und vor allem ihre Eltern als Vorbilder.

Viele Kinder sitzen heute zu oft und zu lange vor dem Bildschirm von Fernseher, Computer, Spielkonsole oder Smartphone. Wenn sie dann dabei noch naschen, sammeln sich schnell unerwünschte Pölsterchen an. Das muss nicht sein, denn: Kinder laufen, rennen, springen, klettern und hüpfen gern. Unterstützen Sie diesen natürlichen Bewegungsdrang! Kinder müssen viel sitzen, in der Schule oder bei den Hausaufgaben zum Beispiel. Umso wichtiger ist es, dass sie im Anschluss daran aktiv spielen (am besten draußen!) oder sportlich unterwegs sind.
Mit „Mamas Taxi“ oder dem Bus zur Schule oder zu den Freunden? Viele Wege lassen sich – je nach Alter – auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigen. Kleinere Kinder müssen natürlich noch begleitet werden. Wenn Sie selbst keine Zeit haben, lassen Sie Ihr Kind mit anderen Kindern oder anderen Eltern mitgehen.

Für Kinder ist es ein toller Ansporn, wenn Mama und Papa an ihren sportlichen Aktivitäten Anteil nehmen. Überlegen Sie gemeinsam, welcher Sport wohl der passende sein könnte, bringen Sie Ihr Kind zum Training, fiebern Sie mit, teilen Sie Erfolge und Misserfolge!
Und am Wochenende hat die ganze Familie etwas davon, gemeinsam einen Ausflug zum Beispiel ins Schwimmbad, in den Kletterpark, in den Wald oder zu Freunden zu unternehmen. Am liebsten mit dem Fahrrad oder zu Fuß! Zeigen Sie Ihren Kindern, dass Bewegung und Sport keine lästige Pflicht sind, sondern richtig Spaß machen können und das Familienleben bereichern. Kinder, die schon früh durch ihre Eltern für Bewegung und Sport begeistert werden, bleiben als Jugendliche häufig freiwillig am Ball. Wenn Sie selbst nicht in der Lage sind, sportlich aktiv zu sein, bitten Sie Verwandte oder Freunde, die Kinder mitzunehmen!

Wie viel Bewegung braucht ein Kind, um sich gesund zu entwickeln? Die Bewegungspyramide für Kinder hilft bei der Orientierung.

Die Kinder-Bewegungspyramide

Unterschieden wird nach Art der Bewegung, der Dauer und dem Grad der Anstrengung:

  • Die breite Basis sind Alltagsaktivitäten wie Radfahren, zu Fuß zur Schule gehen, Treppensteigen, im Haushalt helfen. Dadurch sollten über den Tag verteilt mindestens eine halbe Stunde zusammenkommen.
  • Für aktivere Tätigkeiten wie Fangen oder Ball spielen, auf Bäume klettern, Schwimmen, Inline-Skaten, in der Schulpause toben sollte ungefähr eine Stunde pro Tag zur Verfügung stehen.
  • Die Spitze der Pyramide bildet intensive körperliche Bewegung, also Sport im Verein oder in der Schule, der die Kinder ins Schwitzen bringt – am besten täglich eine halbe Stunde.

Insgesamt raten Experten zu einer Gesamt-Bewegungszeit von mindestens 90 Minuten bzw. zu mindestens 12.000 Schritten pro Tag2.

Faustformel:
30 Minuten Alltagsbewegung
1 Stunde körperlich anstrengende Freizeitaktivitäten
30 Minuten Sport

Literatur-TippZum Aufhängen hat der aid infodienst die Bewegungspyramide als Poster veröffentlicht, das kostenpflichtig bestellt werden kann. Es enthält zusätzliche Ideen und Anregungen für einen aktiven Familienalltag.
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Web-TippKinder lieben Bewegung. Und sie ist sehr wichtig für eine gesunde Entwicklung. Das Netzwerk Junge Familie hat unter dem Motto „Gesund ins Leben“ Informationen und Tipps für einen bewegten Alltag zusammengestellt.
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Web-TippSitzen Sie und Ihre Familie zu viel? Die Plattform Ernährung und Bewegung hat den „Sitz-Check für die Familie“ online gestellt. Testen Sie sich selbst!
Opens external link in new windowFlyer lesen

1. Graf C, Beneke R, Bloch W et al (2013)

2. Graf C, Beneke R, Bloch W et al (2013): Vorschläge zur Förderung der körperlichen Aktivität von Kindern und Jugendlichen in Deutschland: Ein Expertenkonsens. Monatsschr Kinderheilkd 161(5):439-446

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