Stress, Entspannung und Schlaf

Kinder müssen täglich viele kleine und große Herausforderungen meistern. Stress ist dabei zunächst einmal eine natürliche und sinnvolle Antwort des Körpers, mit erhöhter „Alarmbereitschaft“ darauf zu reagieren. Dauerhafter, starker, belastender Stress kann jedoch dazu führen, dass ein Kind immer mehr isst und über die Maßen zunimmt. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder so früh wie möglich lernen, mit Problemen umzugehen.

Ob aus einer Herausforderung – zum Beispiel Ärger in der Schule oder mit den Eltern – belastender Stress wird, hängt von verschiedenen Dingen ab. Kinder sind unterschiedlich selbstbewusst:  Manchen fällt es schwerer als anderen, Situationen einzuschätzen und Probleme zu lösen. Ein gutes Familienklima ist dabei eine große Hilfe.
Konflikte kommen in allen Familien vor. Entscheidend ist, wie Sie damit umgehen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind möglichst in Ruhe – und nicht zwischen Tür und Angel – über alles, was es bewegt, was ihm Sorgen und Ängste bereitet. Helfen Sie Ihrem Kind, schwierige Situationen zu meistern, Lösungen für Probleme zu finden und vor allem: Leben Sie es ihm vor! Auf diese Weise geben Sie Ihrem Kind das beste Rüstzeug, mit Belastungen gut umzugehen.

Sorgen Sie für eine entspannte Atmosphäre in der Familie. Gerade im oft vollgepackten und hektischen Alltag müssen Kinder lernen, die Balance zwischen Aktivität und Entspannung zu finden und immer wieder Ruhepausen einzulegen. Vor allem nach dem Toben, Spielen und Sport oder immer, wenn Ihr Kind etwas Aufregendes erlebt hat, heißt es: runterkommen! Lesen, malen, träumen, schlafen, schmusen, Musik hören – solche Tätigkeiten helfen dem Kind bei der Entspannung.
Ob es dabei alleine sein möchte oder ganz in der Nähe der Eltern, ist von Kind zu Kind verschieden. Richten Sie Ihrem Kind einen Platz zum Entspannen und eventuell Alleinsein ein. Das muss nicht das eigene Zimmer sein, das geht genauso gut in einer „Höhle“ unter dem Tisch oder in einer lauschigen Ecke auf dem Balkon. Hauptsache Ruhe!
Schaffen Sie Inseln der Entspannung, zum Beispiel durch feste Ruhezeiten nach dem Mittagessen, Vorlesen oder Gespräche über den Tag vor dem Schlafengehen. Übrigens: Eine Stunde vor dem Zubettgehen bleiben Fernseher, Computer und Co. aus! Vor dem Bildschirm sind Kinder zwar äußerlich still, kommen aber innerlich nicht zur Ruhe, und genau darauf kommt es an.

Schlaf ist wichtig für das Wachstum, die Entwicklung des Gehirns, die Verarbeitung von Informationen, das Gedächtnis, das Lernen und das Gewicht1. Kinder und Jugendliche brauchen also ihre Ruhe und ihren Schlaf! Wie viel davon, ist individuell verschieden. Sorgen Sie dafür, dass es in der Wohnung einen Ort gibt, an den sich das Kind zurückziehen kann und an dem es sich gerne aufhält. Schaffen Sie eine entspannte, freundliche Atmosphäre – Fernseher, Computer und Co. haben dort nichts zu suchen. Damit der Schlaf erholsam ist, sollte er möglichst nicht unterbrochen oder etwa durch Lärm gestört werden.

1. Dattilo AM, Birch L, Krebs NF et al (2012): Need for early interventions in the prevention of pediatric overweight: a review and upcoming directions. J Obes 2012:123023

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