Wie kommt es zu Übergewicht?

Warum ein Kind übergewichtig wird, kann verschiedene Gründe haben. Vieles kann dabei eine Rolle spielen: zu viel oder nicht das richtige Essen, süße Getränke, zu wenig Bewegung, Stress, die Gene, also die Erbanlagen. Das alles kann, muss aber nicht zwangsläufig zu Übergewicht führen. Denn das entsteht meist aus der Kombination von mehreren Ursachen, die von Fall zu Fall ganz verschieden sein können.
Das klingt erstmal kompliziert, aber: Wenn man weiß, warum ein Kind zu viel auf die Waage bringt, hat man einen oder gleich mehrere Ansatzpunkte, um etwas dagegen zu unternehmen.
Daher finden Sie bei den einzelnen Ursachen jeweils Links zu weiterführenden Informationen und vor allem zu Alltagstipps, wie Sie gemeinsam mit Ihrem Kind das Gewicht in Balance halten.

Einen Überblick über alle Tipps zur Vorbeugung, die Sie in der Familie treffen können, finden Sie Opens internal link in current windowhier.

Die Erbanlagenalleine sind es nicht
In Familien, in denen auch Mutter, Vater, Oma oder Opa übergewichtig sind, trifft man häufiger auf übergewichtige Kinder. Die Gene bestimmen das Gewicht eines Menschen mit1. Doch übergewichtige Eltern haben nicht zwangsläufig pummelige Kinder, denn: Vererbt wird nur die Neigung zum Zunehmen. Ob ein Kind tatsächlich übergewichtig wird, hängt vor allem von den Lebensumständen und dem Lebensstil ab2. Und dafür kann man in der Familie, Kita und Schule eine ganze Menge tun!

Alltagstaugliche Tipps zur „gewichtsfreundlichen“ Änderung des Lebensstils in der Familie finden Sie Opens internal link in current windowhier.

Für zwei denken, nicht für zwei essen
Bereits im Mutterleib werden die Weichen dafür gestellt, wie sich das Gewicht des Kindes entwickelt3. Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft „für zwei“ essen, körperlich weniger aktiv sind und viele Kilos zulegen oder sogar einen Schwangerschaftsdiabetes entwickeln, haben ein erhöhtes Risiko, übergewichtig zu werden4. Babys mit hohem Geburtsgewicht werden später eher übergewichtig5. Werdende Mütter haben es jedoch in der Hand, dass sie während der Schwangerschaft nicht zu viel zunehmen!

Tipps zur Ernährung während der Schwangerschaft und wie Sie es vermeiden können, in dieser Zeit zuviel zuzunehmen, bekommen Sie Opens internal link in current windowhier

Was Sie alles dafür tun können, dass Sie schon während der Schwangerschaft bestens für sich und Ihr heranwachsendes Baby sorgen, erfahren Sie Opens external link in new windowhier

Aufhören – Ihrem Kind zuliebe!
Babys vertragen keinen Qualm! Rauchen und Mitrauchen in der Schwangerschaft kann viele gesundheitliche Folgen haben, zum Beispiel steigt das Risiko einer Fehlgeburt oder des plötzlichen Kindstodes. Und: Kinder von rauchenden Eltern, insbesondere von werdenden Müttern, werden häufiger übergewichtig. Wer nicht raucht bzw. das Rauchen aufgibt, wenn sich Nachwuchs ankündigt, tut auf jeden Fall sich und seinen Kindern etwas Gutes!6

Es gibt viele gute Gründe, in der Schwangerschaft auf die Zigarette zu verzichten. Doch mit dem Rauchen aufzuhören, ist oft gar nicht so leicht. Die Broschüre „Rauchfrei in der Schwangerschaft – Ich bekomme ein Baby“, die Sie Opens external link in new windowhier herunterladen können, möchte Ihnen dabei helfen.

Ausgewogene Ernährung ein Leben lang
Von Anfang an entscheidet die Ernährung über das Gewicht eines Kindes. Die gesündeste Nahrung zum Start ins Leben heißt: Muttermilch. Säuglinge, die vier bis sechs Monate gestillt werden, werden nicht so häufig übergewichtig!7
Mit der Ernährung wird Energie aufgenommen, über Bewegung und Sport wird sie verbraucht. Wird mehr Energie aufgenommen als verbraucht, kann leicht Übergewicht entstehen.
Ob Kinder und Jugendliche durch ihre Ernährung dicker werden, hängt davon ab, was und wie viel sie essen und trinken. Süße Getränke wie Cola, Limo oder Säfte schlagen aufs Gewicht8. Auch Fast Food (Burger, Pizza, Pommes und Co.) und vor allem Süßigkeiten und Snacks zwischendurch sorgen für zusätzliche Pfunde. Das gilt insbesondere, wenn sie in großen Portionen gegessen werden9.

Ihr Ess- und Trinkverhalten lernen Kinder vor allem in der Familie. Die Faustformel lautet: reichlich Pflanzliches und ungesüßte Getränke, mäßig Tierisches und sparsam Fettes und Süßes. Mehr erfahren Sie Opens internal link in current windowhier

Sie tun Ihrem Baby sehr viel Gutes, wenn Sie es stillen. Alle Vorteile sowie Tipps zum Stillen erhalten Sie Opens external link in new windowhier

Runter vom Sofa!
Je aktiver Kinder sind, umso mehr Kalorien verbrauchen sie. Und zwar nicht nur beim Sport, sondern auch im Alltag, zum Beispiel beim Treppen steigen, Spielen oder zu Fuß gehen10. Wenn Kinder stundenlang vorm Computer oder Fernseher sitzen und dabei auch noch naschen, ist schnell so manches Kilo zuviel auf den Rippen.
Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang – und den sollten Eltern unterstützen, wann immer es geht. Wie aktiv und sportlich die Kinder sind, hängt unter anderem vom Lebensstil ihrer Familie ab.

Wege aus der „Bequemlichkeitsfalle“ und viele Tipps zum bewegungsfreundlichen Alltag in der Familie finden Sie Opens internal link in current windowhier

Bewegungsförderung fängt schon bei den Kleinsten an. Wie Sie gemeinsam mit Ihrem Kind körperlich fitter werden, erfahren Sie Opens external link in new windowhier

Mit Herausforderungen besser klar kommen
Stress ist zuerst einmal eine ganz natürliche Antwort des Körpers auf eine besondere Herausforderung und nicht unbedingt etwas Negatives. Viele Kinder und Jugendliche erleben jedoch zunehmend dauerhaften Stress im belastenden Sinne (zum Beispiel in Form von Ärger oder Überforderung in der Schule, Scheidung, Sorgen oder Suchtverhalten der Eltern, häufiger Streit mit den Eltern, Vernachlässigung) und kommen damit nicht alleine klar. Nun kann es passieren, dass darauf mit übermäßigem Essen reagiert wird. Und die Bewegung, die in solchen Situationen ein Ventil sein kann, kommt dann unter Umständen auch noch zu kurz. Außerdem kommen gestresste Kinder innerlich oft nicht zur Ruhe und können sich nicht mehr entspannen. Wenn das alles über einen längeren Zeitraum zusammenkommt, kann Übergewicht die Folge sein11.

Stress zu bewältigen und mit Problemen umzugehen, will gelernt sein. Die wichtigste Stütze ist dabei die Familie. Wie Sie Ihren Kindern helfen können, zur Ruhe zu kommen und wichtige Fähigkeiten im Umgang mit Stress zu entwickeln, erfahren Sie Opens internal link in current windowhier

Ausgeschlafene Kinder haben's leichter
Schlank im Schlaf – Ganz so einfach ist es natürlich nicht, aber fest steht, dass Kinder, die wenig schlafen, ein fast zweifach höheres Risiko für Übergewicht haben als Kinder, die ausreichend schlafen12. Viele Kinder schlafen heutzutage – aus den unterschiedlichsten Gründen – unregelmäßig und/oder zu wenig, zum Beispiel weil sie zu lange und zu viele elektronische Medien nutzen.

Es liegt in der Hand der Eltern, den Kindern dabei zu helfen, zur Ruhe zu kommen, einen Schlafrhythmus zu finden und sie etwa durch Einschlafrituale zu unterstützen. Tipps finden Sie Opens internal link in current windowhier

Alles in Maßen!
Der Umgang mit elektronischen Medien ist im wahrsten Sinne des Wortes kein Kinderspiel. Das Angebot ist riesengroß, ob Fernsehen, Computer, Tablet, Handy oder Spielkonsole. Und wie verlockend ist es, beim Fernsehen oder Computerspielen zu naschen und süße Getränke zu trinken! Wenn beides zusammen kommt, also ein Kind mehrere Stunden täglich vor dem Bildschirm sitzt und dabei snackt, ist das Risiko zuzunehmen sehr hoch. Zumal die Bewegung dabei häufig auf der Strecke bleibt13.

Elektronische Medien gehören zum Alltag von Kindern und Jugendlichen einfach dazu. Entscheidend ist ein sinnvoller Umgang mit Medien in der Familie. Die wichtigsten Tipps haben wir Opens internal link in current windowhier für Sie zusammengestellt.

Ausführliche Informationen zur Mediennutzung sowie Praxistipps von Eltern, die erzählen, wie sie im Alltag den Medienkonsum in ihrer Familie regeln, sind in der Broschüre „Gut hinsehen und zuhören!“ zusammengefasst, die Sie Opens external link in new windowhier herunterladen können.

1. Stunkard AJ, Harris JR, Pedersen NL, McClearn GE (1990): The body-mass index of twins who have been reared apart. N Engl J Med 322:1483-1487

2. Müller MJ, Lange D, Landsberg B, Plachta-Danielzik S (2010): Soziale Ungleichheit im Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. Ernährungs-Umschau 57(2):78-83

3. [1] Lindsay AC, Sussner KM, Kim J, Gortmaker S. (2006): The role of parents in preventing childhood obesity. Future Child 16 (1):169-186; [2] Plagemann A, Dudenhausen JW (2008): Ernährung und frühe kindliche Prägung. In: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Hrsg): Ernährungsbericht 2008. Bonn. S. 271-300

4. Harder Th, Schellong K, Rodekamp E et al (2007): Perinatale Programmierung – Wird Adipositas im Mutterleib geprägt? Adipositas 1:5-11

5. Robert-Koch-Institut, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg) (2008): Erkennen – Bewerten – Handeln: Zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Berlin und Köln

6.  [1] Robert Koch-Institut (Hrsg.), Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.) (2008): Erkennen – Bewerten – Handeln: Zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Berlin und Köln; [2] Ino T (2010): Maternal smoking during pregnancy and offspring obesity: meta-analysis. Pediatr Int. 52(1):94-9; [3] Kleiser CA, Schaffrath R, Mensink GB (2009): Potential determinants of obesity among children and adolescents in Germany: results from the cross-sectional KiGGS study. BMC Public Health 9:46

7. [1] Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Hrsg.) (2008): Ernährungsbericht 2008. Kapitel 6 „Ernährung und frühe kindliche Prägung“. Bonn, 271?300. [2] Koletzko B, von Rosen J, Demmelmair H (2007): Early nutrition related risk factors for later obesity. Nutrición clinica 10, S42?S52.

8. u.a. Brown T, Kelly S, Summerbell C (2007): Prevention of obesity: a review of interventions. Obesity Rev 8 (Suppl 1):127-130

9. Kleiser C, Schaffrath Rosario A, Mensink G BM et al (2009): Potential determinants of obesity among children and adolescents in Germany: results from the cross-sectional KiGGS study. BMC Public Health 9:46

10. Brown T, Kelly S, Summerbell C (2007): Prevention of obesity: a review of interventions. Obesity Rev 8 (Suppl 1):127-130

11. [1] Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) e.V., Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V., Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) e.V. (Hrsg.) (2014): Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur „Prävention und Therapie der Adipositas“. Download unter www.adipositas-gesellschaft.de/fileadmin/PDF/Leitlinien/S3_Adipositas_Praevention_Therapie_2014.pdf; [2] Koch FS, Sepa A, Ludvigsson J (2008): Psychological stress and obesity. 153(6):839-44.

12. Dev AD, McBride BA, Fiese B et al. (2013): Risk factors for overweight/obesity in preschool children: an ecological approach. Childhood Obesity 9(5): 399-408

13. [1] Robert Koch-Institut (Hrsg.), Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.) (2008): Erkennen – Bewerten – Handeln: Zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Berlin und Köln;[2] Must A, Tybor DJ (2006): Physical activity and sedentary behaviour: a review of longitudinal studies of weight and adiposity in youth. Int J Obes 29, S84-S96 [2] Institute of Medicine (IOM) (2011): Early Childhood Obesity Prevention Policies. Washington DC.

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