Übergewicht in Zahlen

In Deutschland sind 8,7 % der Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren übergewichtig, 6,3 % sind adipös. Das heißt, bei etwa 1,9 Millionen Kindern und Jugendlichen liegt das Gewicht über der 90. geschlechts- und altersspezifischen Opens internal link in current windowPerzentile. Das zeigen die Daten des Kinder- und Jugendgesundheitssurvey KiGGS, der erstmals zwischen 2003 und 2006 bundesweit Körpergröße und Körpergewicht von Kindern und Jugendlichen in Deutschland in standardisierter Weise gemessen hat1.

Die KiGGS-Studie zeigt auch, dass der Anteil der Kinder mit Übergewicht bzw. Adipositas mit steigendem Alter zunimmt: von 9 % bei den 3- bis 6-Jährigen über 15 % bei den 7- bis 10-Jährigen bis hin zu 17 % bei den 14- bis 17-Jährigen. Eine Adipositas haben 2,9 % der 3- bis 6-Jährigen, 6,4 % der 7- bis 10-Jährigen und 8,5 % der 14- bis 17-Jährigen. Verglichen mit Referenzdaten von 1985 bis 1999 ist die Häufigkeit an Übergewicht um die Hälfte gestiegen. Weitere Informationen finden Sie Opens external link in new windowhier

Zusammenhänge zwischen Gewicht und sozialem Status bzw. Migrationshintergrund sind deutlich zu sehen. Jungen und Mädchen aus sozial benachteiligten Familien sind dreimal so häufig adipös wie Familien mit hohem Sozialstatus2. Kinder mit Migrationshintergrund haben häufiger Übergewicht und Adipositas als Kinder ohne Migrationshintergrund1.

Seit den 1980er Jahren stiegen weltweit die Prävalenzraten von Übergewicht und Adipositas im Kindesalter dramatisch an. Möglicherweise zeichnet sich jedoch in den letzten 10 bis 15 Jahren in den Industrienationen eine Trendwende ab3. Auch in Deutschland ist sie zu sehen. Ein Vergleich von Daten der Schuleingangsuntersuchungen aus den Jahren 2007, 2008 und 2009 mit Angaben weiter zurückliegender Daten belegt, dass nahezu alle Bundesländer einen Rückgang der Prävalenzzahlen für Übergewicht und Adipositas bei Einschülern verzeichnen können. Die absolute Reduktion der Prävalenzraten liegt bei bis zu 3 % für Übergewicht und bis zu ca. 2 % für Adipositas. Doch immer noch liegt die Prävalenzrate auf einem hohen Niveau. Die aktuellen Befundhäufigkeiten reichen von 7,2 % in Thüringen bis 13,6 % in Mecklenburg-Vorpommern für Übergewicht bzw. bei adipösen Kindern von 3,6 % in Bayern bis 6,1 % in Mecklenburg-Vorpommern. Weitere Informationen und die genauen Daten finden Sie Opens external link in new windowhier.

Auch Auswertungen der CrescNet-Datenbank liefern erste Anhaltspunkte für diese Entwicklung. In dieser Datenbank werden Gewichtsdaten gesammelt, die deutschlandweit von Kinderärzten und Zentren für Kinder-Endokrinologie bei Kindern und Jugendlichen gemessen werden. Sie zeigen, dass in der Gruppe der 4- bis 8-Jährigen die Prävalenzrate für Übergewicht und Adipositas sank. Bei den Älteren blieb sie meist stabil. Messungen im Zeitraum von 1999 bis 2008 wurden berücksichtigt4.

Die Ergebnisse der KiGGS-Welle 1 (2009 bis 2012) bestätigen diese positive Tendenz auch für die Jugendlichen. Die Prävalenzraten für Übergewicht und Adipositas stagnieren bei den 11- bis 17-Jährigen seit der Basiserhebung in den Jahren 2003 bis 2006. Zwar handelte es sich bei den Daten in der Basiserhebung um gemessene und bei der KiGGS-Welle 1 um erfragte Werte. Durch ein Korrekturverfahren der Selbstangaben konnten die Prävalenzraten jedoch vergleichbar gemacht werden5.

Festzuhalten bleibt: Auch wenn sich erste positive Entwicklungen zeigen, so bleibt der Anteil der übergewichtigen und adipösen Kinder und Jugendlichen in Deutschland auf einem viel zu hohen Niveau.

Mehr Informationen zur KiGGS-Studie (Aufbau, Ergebnisse, Publikationen) finden Sie Opens external link in new windowhier
Die Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) stellt Prävalenzdaten zur Verfügung www.aga.adipositas-gesellschaft.de, Rubrik „Über Adipositas“/Daten“.

1. Kurth BM, Schaffrath Rosario A (2007): Die Verbreitung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Ergebnisse des bundesweiten Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS). Bundesgesundheitsbl 50:736-743.

2. Robert Koch-Institut (Hrsg), Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg) (2008): Erkennen - Bewerten - Handeln: Zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Berlin und Köln

3. Wabitsch M, Moss A, Kromeyer-Hauschild K (2014): Unexpected plateauing of childhood obesity rates in developed countries. BMC medicine 12:17

4. Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Sektionskoordination RFu (2014): Übergewicht von Kindern und Jugendlichen stagniert. DGE info (11/2014):164-167

5. Brettschneider AK, Schaffrath Rosario A, Kuhnert R, et al (2015): Updated prevalence rates of overweight and obesity in 11- to 17-year-old adolescents in Germany. Results from the telephone-based KiGGS Wave 1 after correction for bias in self-reports. BMC public health. 15:1101-1109

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