Qualitätskriterien im Überblick

Die Qualitätskriterien gelten für alle Maßnahmen, die auf Gesundheitsförderung und Primärprävention von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen fokussieren. Dies können beispielsweise sein: Programme für Familien, in Kitas, Schulen, Freizeiteinrichtungen etc. auf Individualebene oder bevölkerungsweite Kampagnen.

Die Qualitätskriterien können im Verlauf der Maßnahme wie eine Checkliste verwendet werden: Ist das Kriterium erfüllt? Wenn nicht, was müsste noch dafür getan werden und wer ist dafür verantwortlich?

Die Auswertung ist einfach: Je mehr Kriterien erfüllt sind, desto besser. Aber bereits jeder einzelne qualitätsgesicherte Schritt bringt die Maßnahme weiter.

Prozessschritt: Gemeinsames Verständnis entwickeln

1 Ein gemeinsames Verständnis von Gesundheit und ihren Einflussfaktoren ist unter allen Beteiligten entwickelt und dokumentiert.

Prozessschritt: Bedarf und Bestand ermitteln

2 A Der Bedarf für die Maßnahme zur Förderung der Gesundheit ist erwiesen und dokumentiert.
2 B Eine Bestandsaufnahme vorhandener gesundheitsfördernder Maßnahmen und Strukturen in der Einrichtung/in der Lebenswelt und im Umfeld ist erfolgt.

Prozessschritt: Zielgruppe bestimmen/Ziele setzen

3 Die Zielgruppe ist vor dem Hintergrund von Bedarf bestimmt.
4 Die Besonderheiten und Stärken der Zielgruppe(n) sind erkannt und beschrieben.
5 Die Zielgruppe(n) ist (sind) in die Planung und Durchführung der Maßnahme einbezogen (Partizipation).
6 Haupt- und Teilziele der Maßnahme sind bestimmt.

Prozessschritt: Konzept erstellen

7 Ein Konzept zur Erreichung der Haupt-/Teilziele bzw. Zielgruppen liegt in schriftlicher Form vor.
8 Vermeidung von Stigmatisierung und potenziellen unerwünschten Nebenwirkungen ist bedacht.
9 Die Maßnahme berücksichtigt auch verhältnispräventive Aktivitäten.

Prozessschritt: In die Praxis umsetzen

10 A Die Maßnahme ist niederschwellig angelegt.
10 B Zugangswege und Vermittlungsmethoden sind zielgruppengerecht ausgewählt.
11 Die Stärkung und Weiterentwicklung der Ressourcen (personale, familiäre, soziale) sind zentraler Bestandteil der Maßnahme (Empowerment).
12 A Personen für die Umsetzung in die Praxis sind vorhanden (internes und externes Personal, andere Mitwirkende).
12 B Zuständigkeiten und Verantwortung sind mit allen Beteiligten geklärt und festgelegt.
12 C Personal und Mitwirkende sind entsprechend der Zielgruppe, der Ziele und der Lebenswelt, hinsichtlich der Inhalte sowie der Vermittlungsmethoden ausreichend qualifiziert.
13 Die strukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen ermöglichen die Umsetzung in die Praxis und das Erreichen der Ziele.
14 Die für die Maßnahme notwendigen finanziellen Mittel sind sichergestellt.

Prozessschritt: Dokumentieren

15 A Die Inhalte und der Verlauf der Maßnahme sind dokumentiert (Prozessdokumentation).
15 B Es ist dokumentiert, inwieweit die Maßnahme die formulierten Ziele erreicht hat (Ergebnisdokumentation).
15 C Unerwartete Veränderungen sind dokumentiert (Verhalten, Struktur, Prozess etc.).

Prozessschritt: Maßnahme bewerten und reflektieren (evaluieren)

16 A Die erwarteten Ziele und Ergebnisse sind gegenübergestellt, kritisch betrachtet und bewertet.
16 B Die Prozesse sind kritisch betrachtet und bewertet.
17 Aufwand und Wirkungen sind gegenübergestellt und kritisch betrachtet.

Prozessschritt: Erfolgreiche Maßnahmen fortführen und verstetigen/Maßnahmen optimieren

18 Es werden Beziehungen und Kooperationen zu weiteren Partnern gepflegt (Vernetzung).
19 Erfolgreiche Maßnahmen werden in der Organisation/von den Beteiligten weitergeführt (Verstetigung).
20 Die Inhalte und Erkenntnisse der erfolgreichen Maßnahme werden nach außen getragen (Übertragbarkeit/Transparenz).

Fachheft: Qualitätskriterien für Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Primärprävention von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen

Ausführlich, mit wissenschaftlichen Hintergründen
Das Fachheft „Qualitätskriterien für Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Primärprävention von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen“ stellt die Kriterien im Einzelnen ausführlich dar. Sie werden ergänzt durch Reflexionsfragen, die zur Umsetzung in die Praxis anregen. Darüber hinaus bietet das Fachheft Hintergrundinformationen zum Status quo in der Übergewichtsprävention.

Das Fachheft kann Opens external link in new windowhier heruntergeladen oder bestellt werden.

 

Broschüre: Leitfaden Qualitätskriterien für Planung, Umsetzung und Bewertung von gesundheitsfördernden Maßnahmen mit dem Fokus auf Bewegung, Ernährung und Umgang mit Stress

Praxisnah und anwenderfreundlich
In der Broschüre „ Leitfaden Qualitätskriterien für Planung, Umsetzung und Bewertung von gesundheitsfördernden Maßnahmen mit dem Fokus auf Bewegung, Ernährung und Umgang mit Stress“ sind die Qualitätskriterien benutzerfreundlich aufbereitet. Informationen und Beispiele aus der Praxis wurden ergänzt. Fachkräfte, die gesundheitsfördernde Maßnahmen in ihren Einrichtungen oder Organisationen planen, durchführen oder beurteilen, können sie damit leicht einsetzen und nutzen. Das können die pädagogischen Fachkräfte in Kitas und Schulen sein, Mitarbeitende in Betrieben, Stadtteilzentren, Pflegepersonal in Senioreneinrichtungen und weitere Fachkräfte, die entsprechende Maßnahmen anbieten.

Die Broschüre kann Opens external link in new windowhier heruntergeladen oder bestellt werden.

Qualitätskriterien für Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Primärprävention von Übergewicht bei Kindern und JugendlichenQualitätskriterien für Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Primärprävention von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen
Die Veröffentlichung im Bundesgesundheitsblatt 2011 gibt einen kurzen Überblick über den Hintergrund, die Methodik und den Entstehungs- und Konsensprozess der Qualitätskriterien. Die Schritte des Public Health Action Cycle mit den dazugehörenden Kriterien werden vorgestellt.

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IN FORM LogoAuf der Homepage von IN FORM können die Qualitätskriterien Online genutzt werden. Im Einsteigerbereich sind die 8 Phasen einer Maßnahme – von der Planung über die Umsetzung bis zur Verstetigung – beschrieben und durch Beispiele ergänzt. Ein „Werkzeugkasten“ weist auf entsprechende Instrumente und Verfahren hin. Opens external link in new windowMehr

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