Ausgewogen essen

Ernährung gehört zu den Lebensstilfaktoren, die die Energiebilanz beeinflussen. Eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung ist ein wichtiges Element eines gesunden Lebensstils1. Bereits die Ernährung im ersten Lebensjahr kann die Gewichtsentwicklung beeinflussen.

Stillen hat für den Säugling viele Vorteile. Eine davon: Prävention von Übergewicht. Auch wenn manche gestillte Kinder in den ersten 3 bis 4 Monaten schneller an Gewicht zunehmen, im Alter von einem Jahr wiegen sie im Mittel weniger als nichtgestillte Säuglinge. Auch das Weiterstillen bei Beikost wirkt sich positiv aus2.

Säuglinge sollten daher im ersten Lebenshalbjahr, mindestens bis zum Beginn des fünften Lebensmonats ausschließlich gestillt werden. Auch nach dem Beikoststart, der zwischen Beginn des fünften und Beginn des siebten Lebensmonats erfolgt, sollte weiter gestillt werden.
Ob eine Mutter stillt oder nicht bzw. früh abbricht, hängt von vielen Faktoren ab. Es zeigt sich, dass die Stillplanung und die Unterstützung– beispielsweise durch den Partner das Stillen fördern. Zweifel an der Milchmenge wirken sich eher negativ aus3. Deshalb sollten sich werdende Eltern schon in der Schwangerschaft zum Stillen beraten lassen.

Informationen und Tipps zum Stillen finden Eltern unter Opens external link in new windowwww.kindergesundheit-info.de, Rubrik „Ernährung/Stillen“.

Der Ernährungsplan für das erste Lebensjahr des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) in Dortmund gibt für die Gestaltung der Beikost eine Orientierung. Mehr unter Opens external link in new windowwww.fke-do.de, Rubrik „Anwendungsforschung/Ernährungplan 1. Lebensjahr“ und Opens external link in new windowwww.kindergesundheit-info.de, Rubrik „Ernährung/0-12 Monate/Beikosteinführung“.

Die zentrale Empfehlung im  Konzept der optimierten Mischkost des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) lautet:

  • Reichlich pflanzliche Lebensmittel und Getränke
  • Mäßig tierische Lebensmittel
  • Sparsam fett- und zuckerreiche Lebensmittel

Dieser Dreiklang gibt Orientierung für die Gestaltung einer ausgewogenen Ernährung für das Kind und die ganze Familie. Opens external link in new windowMehr

Eltern (und andere Bezugspersonen) können nicht nur durch ein ausgewogenes Angebot an Lebensmitteln für eine gute Ernährung sorgen. Auch ihr Verhalten selbst und ihr Erziehungsstil  können sich auf die Ernährung des Kindes auswirken. Essen wird in einem sozialen Kontext gelernt. Wahrscheinlich ist ein sogenannter autoritativer Erziehungsstil förderlich. Er ist gekennzeichnet durch ein warmes, wertschätzendes, aber trotzdem forderndes und Grenzen setzendes Elternverhalten. Geregelte Strukturen im Alltag und Rituale sind ebenso von großer Bedeutung. Dazu gehören auch regelmäßige gemeinsame Mahlzeiten4.

Eine stark kontrollierende und restriktive Esserziehung steht mit einem problematischen Essverhalten und Übergewicht in Zusammenhang5,6. Die Wirkung kann jedoch sowohl in die eine, wie die andere Richtung gehen: Ein stärker kontrollierendes Verhalten kann Übergewicht fördern, das Übergewicht des Kindes kann aber auch Eltern veranlassen, die kindliche Ernährung stärker zu kontrollieren7.

Säuglinge haben die Fähigkeit, die Kalorienaufnahme auf ihren Bedarf abzustimmen. Diese Fähigkeit zur Selbstregulation in den ersten Lebensjahren zu fördern, gilt als ein wichtiger Ansatzpunkt in der Adipositasprävention8.

„Stillen nach Bedarf“ heißt die Empfehlung vom ersten Tag an. Doch auch bei der Beikost – genauso wie später – sollten Eltern die Hunger- und Sättigungssignale ihres Kindes wahrnehmen, sie respektieren und angemessen darauf reagieren.

Kontrollierendes Verhalten, Druck auf das Kind (bestimmte Lebensmittel) zu essen oder Essen als „Seelentröster“ zu verwenden, sind dabei kontraproduktiv. Die Empfehlung lautet vielmehr: Erwachsene sind für ein ausgewogenes Nahrungsangebot zuständig. Das Kind entscheidet selbst, wie viel es davon ist.

Opens external link in new windowwww.kindergesundheit-info.de, Rubrik „Ernährung“ bietet viele Informationen rund um die Ernährung und die Ernährungserziehung des Kindes.

Mehr Informationen zu den Handlungsempfehlungen zur Ernährung und Bewegung im Kleinkindalter unter Opens external link in new windowwww.gesund-ins-leben.de, Rubrik „Für Fachkräfte“.

Der Report des Institutes of Medicine „Early Childhood Obesity Prevention Policies“ gibt mehr Informationen zur Selbstregulation. Opens external link in new windowMehr

Mit den Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für die Verpflegung in Tageseinrichtungen für Kinder und für die Schulverpflegung liegen Kriterien für die Gestaltung einer ausgewogenen Außer-Haus-Verpflegung für Kinder und Jugendliche vor. Sie geben Informationen zur Auswahl der Lebensmittel sowie für die Speisenplanung und Speisenherstellung. Ein gutes Verpflegungsangebot zeichnet sich aber auch durch gute Rahmenbedingungen für das Essen in der Kita oder in der Schule aus. Dazu gehören ausreichend lange Essenszeiten und die Raumgestaltung. Auch die Einbindung des Themas Ernährung in das Bildungskonzept kann ein gesundes Essverhalten in der Schule fördern.

Mehr zu einer gesunden Verpflegung in Kindertageseinrichtungen unter Opens external link in new windowwww.fitkid-aktion.de und in Schulen unter Opens external link in new windowwww.schuleplusessen.de

1. Wabitsch M, Kunze D (ffd für die AGA) (2015): Konsensbasierte (S2) Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Prävention von Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Version 15.10.2015. www.aga.adipositas-gesellschaft.de/fileadmin/PDF/Leitlinien/AGA_S2_Leitlinie.pdf

2. Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Bührer C, Genzel-Boroviczény O et al (2014): Ernährung gesunder Säuglinge. Empfehlungen der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Monatschr Kinderheilkd 162(6):527-538

3. Rasenack R, Schneider C, Jahnz E et al (2012): Einflussfaktoren auf die Stilldauer im Freiburger Geburtenkollektiv (FreiStill). Geburtshilfe Frauenheilkd 72:1-7

4. Fachheft Nr. 13

5. Birch LL, Davison KK (2001): Family environmental factors influencing the developing behavioral controls of food intake and childhood overweight. Pediatr Clin North Am 48(4):893-907

6. Scaglioni S, Salvioni M, Galimberti C (2008): Influence of parental attitudes in the development of children eating behaviour. Br J Nutr 99 (Suppl 1):S22-S25

7. Jansen PW, Tharner A, van der Ende J, et al (2014): Feeding practices and child weight: is the association bidirectional in preschool children? Am J Clin Nutr 100(5):1329-1336

8. Institute of Medicine; Committee on Obesity Prevention Policies for Young Children, Birch LL, Parker L, Burns A (2011): Early Childhood Obesity Prevention Policies. The National Academies Press, Washington DC

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