Ausreichend bewegen

Körperliche Aktivität ist ein wichtiger Ansatzpunkt in der Prävention von Übergewicht. Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang. Dieser sollte nicht eingeschränkt werden. Doch das Ausmaß der körperlichen Aktivität hängt auch von Umweltfaktoren, wie dem familiären Lebensstil und den Bewegungsbedingungen im Umfeld, ab. Körperliche Aktivität von Kindern und Jugendlichen zu fördern, braucht Ansätze auf der Ebene der Lebensbedingungen wie auf der Ebene der gesundheitsrelevanten Lebenskompetenzen.

Im Rahmen eines Expertenkonsenses wurden in Deutschland Vorschläge zur Förderung der körperlichen Aktivität von Kindern und Jugendlichen entwickelt. Danach soll eine tägliche Bewegungszeit von 90 Minuten und mehr erreicht werden. Alltagsaktivitäten sind zu fördern, ein gezieltes Training, das den Entwicklungsstand wie die Besonderheiten des Kindes berücksichtigt, ebenso. Die Experten betonen die Vorbildfunktion von Eltern und Betreuungspersonen und das Angebot von strukturierten und unstrukturierten Bewegungszeiten in den Lebenswelten1.

Wie Eltern und Bezugspersonen Bewegung im Kleinkindalter unterstützen können, machen die  Handlungsempfehlungen für Ernährung und Bewegung im Kleinkindalter des Netzwerks Junge Familie - Gesund ins Leben deutlich. Sie sind im Konsens mit allen relevanten Fachgesellschaften und -institutionen in Deutschland entstanden. Den Bewegungsdrang nicht einschränken, Bewegung in den Alltag einbauen, Zeit für Bewegungserfahrungen geben, Bewegungsangebote nutzen und sichere Räume für Bewegung schaffen gehören zu den zentralen Empfehlungen. Mehr unter Opens external link in new windowwww.gesund-ins-leben.de, Rubrik „Für Fachkräfte/Handlungsempfehlungen“.

Die aid-Bewegungspyramide für Kinder ist ein Modell, das zu mehr Bewegung anregen will. Es macht die Bedeutung von Alltagsbewegung sowie moderater und intensiver sportlicher Bewegung bewusst. Opens external link in new windowMehr

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt Empfehlungen zur körperlichen Aktivität für 5- bis 17-Jährige. Mindestens 60 Minuten Bewegung von moderater bis starker Intensität pro Tag sollten es sein. Auch hier wird die Bedeutung eines bewegungsanregenden Umfelds betont. Opens external link in new windowMehr

Bewegung muss dort selbstverständlich sein, wo sich Kinder und Jugendliche aufhalten. Hier brauchen sie bewegungsfördernde Bedingungen und Strukturen sowie gezielte Bewegungsanregung. In Kita und Schule können viele bzw. alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von kulturellem und sozioökonomischem Hintergrund von einer Bewegungsförderung profitieren.  

Bewegung gehört zu den regelmäßigen Aktivitäten in Kindertageseinrichtungen. Einige rücken Bewegung besonders in den Fokus und betten sie gezielt in das pädagogische Konzept und die Strukturen der Kita ein, bilden die pädagogischen Fachkräfte entsprechend fort, gehen Kooperationen mit Partnern, wie z. B. dem Sportverein, ein u. v. m. Der Begriff „Bewegungskindergarten“ ist jedoch nicht geschützt. Qualitätssiegel und Zertifikate werden in den verschiedenen Bundesländern vergeben.

Sport ist ein Unterrichtsfach. Doch im Sinne einer ausreichenden Bewegung ist dies allein zu wenig. Bewegung in Pause und Unterricht können mehr körperliche Aktivität in den Tag von Schülerinnen und Schülern bringen. Ideen für mehr Bewegung in den zentralen Lernbereichen der Grundschule Deutsch, Mathematik und Sachunterricht liefert die Broschüre der BZgA Opens external link in new window„Unterricht in Bewegung“

1. Graf C, Beneke R, Bloch W et al (2013): Vorschläge zur Förderung der körperlichen Aktivität von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Ein Expertenkonsens. Monatsschr Kinderheilkd 161(5):439-446

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